Thilo Kraus mit 73 Prozent im ersten Wahlgang zum neuen Kreisbrandrat gewählt

21.12.2023
Dienstversammlung Kreisbrandrat
SCHWÜRBITZ / LKR. LICHTENFELS. Bei der ersten Dienstversammlung der Feuerwehrkommandanten Mitte November konnte der bisherige Kreisbrandrat Timm Vogler bei der Neuwahl zum Kreisbrandrat keine Mehrheit für sich erringen. Somit war eine zweite Versammlung mit Neuwahlen nötig.

Diese fand am Donnerstag, dem 21. Dezember in der Turnhalle in Schwürbitz statt. Kirstin Grosch vom Landratsamt begrüßte dazu die 110 Kommandanten und Stellvertreter der Feuerwehren aus dem Landkreis. Ihr besonderer Gruß galt Landrat Christian Meißner sowie den anwesenden Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Kommunen. Dank ging an Hausherrn Jochen Weber für die zur Verfügung Stellung der Räumlichkeiten und an das Team der freiwilligen Feuerwehr Schwürbitz für die gastronomische Versorgung.

Kirstin Grosch als Moderatorin der Veranstaltung erläuterte zunächst die Rechtsgrundlage für die Wahl nach Artikel 19 des bayerischen Feuerwehrgesetzes und stellte das Wahlverfahren vor. Es sei geheim zu wählen, berechtigt wären alle Kommandanten beziehungsweise deren Stellvertreter, wenn keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht, sei eine Stichwahl möglich. Anschließend ging sie noch kurz auf die Aufgaben eines Kreisbrandrates ein. Dann bat sie Landrat Meißner ans Rednerpult, er sollte die Kandidaten vorstellen. Er habe im Vorfeld viele Gespräche geführt, berichtete Meißner und so gehe es heute nicht um Sieg und Niederlage, sondern um eine Auswahl zum Wohle der Kreisfeuerwehren. Respekt zollte er den drei Bewerbern, die er im Anschluss vorstellte. Dies waren der Lichtenfelser KBM Alexander Klose, der KBI Thilo Kraus aus Altenkunstadt sowie KBI Oliver Schardt aus Schney.

Die drei Bewerber bekamen dann die Möglichkeit sich selbst vorzustellen sowie ihre Pläne im Falle einer Nominierung darzulegen. Dabei nannten sie neben ihrem familiären und beruflichen Status insbesondere ihren Werdegang bei der Feuerwehr. In der Folge gab es die Möglichkeit zu einer Aussprache, hier kamen allerdings keine Wortmeldungen. Somit konnte, moderiert von Kerstin Grosch, der Wahlakt beginnen. Den Wahlausschuss bildeten die Mitarbeiter des Landratsamtes, unterstützt von zwei Beisitzern aus den Kreisen der Kommandanten, namentlich Tobias Winterbauer (Neuensee) und Sven Weberpals (Neuses a.M.). Nacheinander traten dann die Wahlberechtigten in die Kabine und gaben ihren Stimmzettel in der bereitgestellten Wahlurne ab, nachdem vom Wahlausschuss ihre Berechtigung festgestellt worden war.

Dann stieg die Spannung im Saal merklich, viel wurde diskutiert und gemutmaßt. Endlich trat Kerstin Grosch wieder ans Mikrofon und verkündete das Ergebnis. „Es ist weißer Rauch aufgestiegen, wir brauchen keine Stichwahl“ begann sie in Anlehnung an das Konklave bei der Papstwahl. 97 Stimmen seien abgegeben worden, zwei davon ungültig. Von den 95 gültigen Stimmen entfiel keine auf Alexander Klose, 24 Stimmen auf Oliver Schardt und 71 Stimmen auf Thilo Kraus, der somit im ersten Wahlgang zum neuen Kreisbrandrat gewählt war. Die obligatorische Frage des Landrats, ob er die Wahl annehme, beantwortete Kraus mit einem klaren „Ja“. Meißner beglückwünschte den neuen KBR und wünschte viel Erfolg bei seiner Arbeit. Ebenso kamen Glückwünsche von den unterlegenen Mitbewerbern. Oliver Schardt rief alle Kameraden auf, den neuen Mann bei seiner Tätigkeit voll zu unterstützen.

Thilo Kraus ist 47 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Von Beruf ist er Gruppenleiter beim Versandhaus Baur. Bereits seit 1990 ist er Mitglied der Feuerwehr Altenkunstadt, seine Karriere bei der Wehr ging vom Jugendleiter über stellvertretenden Kommandant und Kommandant bis zum Kreisbrandinspektor.

Kraus bedankte sich anschließend für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Sein Dank ging auch an Landrat Meißner für die konstruktiven und offenen Gespräche im Vorfeld. Ebenso dankte er seiner Familie, die ja die neue Herausforderung mittragen müsse und nicht zuletzt seinem Arbeitgeber, der Firma Baur, die die Rahmenbedingungen im Falle seiner Wahl bestens abgesteckt hatte. Große Herausforderungen kämen auf ihn zu, doch freue er sich auf diese Aufgaben. „Lasst uns das gemeinsam angehen“ rief er den Kameraden und Kameradinnen zu. Wie aus den anschließenden Unterhaltungen zu entnehmen war, konnte er sich der Unterstützung durch die Wehrleute aus dem Landkreis sicher sein. „Es wird viel Neues in der Zukunft geben, einiges wird anders werden aber wir sind auf einem guten Weg“ meinte der Pressesprecher der Kreisfeuerwehr, Markus Witzgall.

Bericht und Bild: Heinz Fischer