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Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Landkreis Lichtenfels in Birkach
Birkach/Lkr. Lichtenfels. Anlässlich der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes im Haus der Bäuerin am vergangenen Freitag konnte Verbandsvorsitzender Kreisbrandrat Siegfried Kerner auf ein arbeitsreiches Jahr zurückblicken. Uwe Peetz, Justiziar des Landesfeuerwehrverbandes, informierte die Delegierten über aktuelle Rechtsthemen.
Vorsitzender Kreisbrandrat Siegfried Kerner begrüßte neben den zahlreichen Delegierten insbesondere das Ehrenmitglied des Kreisfeuerwehrverbandes, Landrat Reinhard Leutner, die Vertreter der Kommunen und den Referenten, Uwe Peetz aus Naila. Der Zweite Bürgermeister des Marktes Ebensfeld, Hauke Petersen, überbrachte die Grüße der Marktgemeinde und des verhinderten Ersten Bürgermeisters Bernhard Storath. Er dankte allen Feuerwehren für ihre stete Einsatzbereitschaft.
In seinem Bericht konnte der Kreisverbandsvorsitzende Siegfried Kerner vermelden, dass von den 121 Feuerwehren des Landkreises nun 120 Mitglied im Kreisfeuerwehrverband (KFV) seien. Lediglich die Werkfeuerwehr Argillon sei noch nicht beigetreten. Der KFV beabsichtige zukünftig neben Ehrungen für verdiente natürliche Personen, auch Firmen auszuzeichnen, die sich durch die Unterstützung der Feuerwehren verdient machten, sei es durch die Freistellung der Einsatzkräfte oder anderweitige Hilfe. Als „neues“ Maskottchen stellte der Vorsitzende des kleinen Drachen „Grisu“ vor, eine ca. 25 Zentimeter große Plüschfigur. Aus deren Verkauf werde die Aktion „Hilfe für Helfer“ unterstützt, die verunglückte Feuerwehrangehörige unterstütze. Der kleine Drache sei für 5 Euro beim Kreisfeuerwehrverband erhältlich, Inhaber der RedCard zahlten nur 4,50 Euro. Aus dem Bereich der Brandschutzerziehung im Landkreis sei zwar zu vermelden, dass diese nach wie vor unverändert gut angenommen werde, jedoch suche man auch weiterhin noch nach Unterstützern, die tagsüber in den Kindergärten und Schulen mit tätig werden könnten. Die Feuerwehren, die an Veranstaltungen auf Bezirksebene teilgenommen hätten, vertraten die Farben des Landkreises hervorragend, so der Vorsitzende. Für die Mitgliedsfeuerwehren des KFV stünden Fahnen und ein Transparent für Feste zur Verfügung, die über den Verband kostenlos ausgeliehen werden könnten. Im kommenden Jahr werde der KFV eine Tagesfahrt zur Feuerwehrmesse „Interschutz“ in Leipzig organisieren. Außerdem wolle man eine Urlaubsfahrt in das Feuerwehr-Erholungsheim in Bayerisch Gmain anbieten. Da die bisherigen Termine im Sommer wegen zu geringer Beteiligung nicht zustande gekommen seien, wolle man diesmal die Fahrt vom 4. bis 11. Dezember 2010 durchführen. Im Jahr 2013 sei der Landkreis Lichtenfels in Weismain Ausrichter des Leistungsmarsches für Erwachsene, verbunden mit dem Bezirksfeuerwehrtag und der Delegiertenversammlung. Für die RedCard des Landesfeuerwehrverbandes gäbe es im Landkreis inzwischen 25 Firmen, die Rabatte und Vergünstigungen für Inhaber gewährten.
Auf Bezirksebene gäbe es ein neues Ehrenzeichen des Bezirksverbandes sowie der Bezirksjugendfeuerwehr, welches von Roland Dauer von der FF Weismain entworfen worden war. Für den Fachbereich 5 „Einsatz / Katastrophenschutz / Zivilschutz“ im Bezirk sei mit KBM Daniela Wagner aus Kulmbach eine neue Leiterin gefunden worden. Für künftige Wettbewerbe habe ein Entsorgungsunternehmen aus Bindlach dem Bezirksverband einen Abrollbehälter zur Verfügung gestellt, in dem die gesamten benötigten Materialien untergebracht würden und dann über den Bezirksverband angefordert werden könnten.
Im laufenden Jahr erhielten die Feuerwehren des Landkreises voraussichtlich sieben weitere so genannte „mobile Rauchverschlüsse“, welche landesweit von der Versicherungskammer Bayern zur Verfügung gestellt würden. Kerner wies auf den am 10. Oktober in Ebersdorf bei Coburg stattfindenden Bezirksfeuerwehrtag hin, zu dem er die herzliche Einladung aussprach.
Auch aus dem Landesfeuerwehrverband (LFV) gab es Neuigkeiten zu vermelden. So war der Vorsitzende der FF Draisdorf, Wolfgang Elflein, mit dem Ehrenkreuz des LFV in Silber ausgezeichnet worden. In der Wohngebäude- und Hausratversicherung würden Feuerwehrangehörigen durch die Versicherungskammer Bayern 20% Nachlass gewährt. Durch den Vorsitzenden und Delegierte seien verschiedene Veranstaltungen besucht worden. Unter anderem habe man an der zentralen Eröffnung der Feuerwehr-Aktionswoche in Lindau teilgenommen. Die dort durch Innenminister Joachim Herrmann erfolgte Zusage einer zeitnahen Regelung der Blaulichtberechtigung für als Einsatzleiter auf der Autobahn fungierende Kreisbrandmeister sei der Minister jedoch bis heute schuldig geblieben. Bei der Ende März stattfindenden Klausurtagung der Bayerischen Kreis- und Stadtbrandräte stünden unter anderem die Themen „Zukunft der Feuerwehrschulen“ und „Feuerschutzsteuer und Förderung der Feuerwehrgerätehäuser in Zukunft“ auf der Tagesordnung.
Nach der Verlesung des Protokolls durch Schriftführer KBM Lutz Schneider folgte der Kassenbericht von Schatzmeister KBM Siegfried Hammrich. Von den Kassenprüfern wurde dem Schatzmeister eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt und er sowie die Vorstandschaft des Kreisfeuerwehrverbandes durch die Versammlung einstimmig entlastet.
Landrat Reinhard Leutner dankte in seinem Grußwort allen Feuerwehrangehörigen für ihren Dienst und zitierte dabei Altbundeskanzler Helmut Schmidt, der einmal gesagt habe „was richtig ist, muss man immer wieder sagen“. Die Feuerwehren gehörten zu ihren Gemeinden und zum Landkreis. Deshalb stünden Landrat und Bürgermeister auch hinter ihren Wehren. Vorsitzender KBR Siegfried Kerner gab den Dank zurück für die Unterstützung der Feuerwehren durch den Landrat und die Kommunen.
In einem kurzweiligen Vortrag ging der Gastreferent des Abends, Uwe Peetz, seines Zeichens Justiziar des Landesfeuerwehrverbandes, auf aktuelle und rechtliche Themen ein. Die Führerscheinproblematik, insbesondere bei kleinen Feuerwehren, sei immer noch nicht abschließend gelöst. Die dort oft vorhandenen Tragkraftspritzenfahrzeuge könnten mit dem Führerschein der Klasse B nicht mehr gefahren werden. Deshalb sei eine Erhöhung der zulässigen Gesamtmasse auf 4,25t (sonst 3,5t) für Feuerwehrangehörige gefordert und bereits durch den Bundesrat verabschiedet worden. Der Bundesverkehrsminister indes berufe sich auf Aussagen der EU-Kommission, die Peetz für untragbar erachte. So sähe die Kommission zum Beispiel die Feuerwehren nicht als Teil des Katastrophenschutzes, was in der Versammlung absolutes Unverständnis auslöste. Auch die inzwischen vom Bundesverkehrsminister vorgeschlagene Ergänzung des Führerscheins der Klasse B, welche eine weitere Schulung und ca. 1.000 Euro kosten pro Fahrer verursache, sei so nicht hinnehmbar. Über das Internationale Technische Komitee für den vorbeugenden Brandschutz CTIF (Comité Technique International de prévention et d'extinction du Feu) werde man nun versuchen, die Kommission zur Vernunft zu bringen und den Weg zu ebnen.
Auch was den Digitalfunk angehe könne man derzeit noch nicht zufrieden sein. Eine Umstellung sei nur dann sinnvoll, wenn auch eine digitale Alarmierung sichergestellt sei. Polizei und Feuerwehr könnten hier nicht verglichen werden und die Tests im Münchener Umland seien sicherlich nicht auf alle geografischen Lagen Bayerns anwendbar.
Bezüglich des Ersatzes eigener Sachschäden wies der Justiziar darauf hin, dass nun auch Mobiltelefone von Feuerwehrangehörigen versichert seien, da diese inzwischen als „üblicherweise mitgeführter Gegenstand“ eingestuft würden. Als Zeitungsente bezeichnete Peetz die Meldung, dass bayernweit schon wieder eine neue Schutzkleidung für die Feuerwehren beschafft werde. Eine einzelne Wehr in Unterfranken habe sich rote Schutzkleidung zugelegt. Im Rundfunk war dies fälschlicherweise so dargestellt worden, als ob diese nun durch alle Feuerwehren Bayerns übernommen werden müsse. Nach wie vor seien der Schutzanzug „Bayern 2000“ oder entsprechende genormte Schutzanzüge aktuell und erfüllten auch weiterhin die Voraussetzungen zur Befreiung von der Warnwestenpflicht.
Auch die Tauglichkeitsuntersuchung für Atemschutzgeräteträger habe in den vergangenen Wochen für Wirbel gesorgt. Peetz stellte klar, dass allein wegen Übergewichts ein Atemschutzgeräteträger nicht „ausgemustert“ werden müsse. Die Entscheidung liege im Ermessen des Arztes und sei an der körperlichen Leistungsfähigkeit zu orientieren.
Nach dem Fachvortrag fügte Landrat Reinhard Leutner Informationen zum Konjunkturpaket II an. Die Mittelverteilung sei durchaus problematisch. Neben Feuerwehrgerätehäusern würden zum Beispiel auch Schulen nicht aus diesen Mitteln gefördert, da sie überwiegend in die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude flössen.
Verbandsvorsitzender KBR Siegfried Kerner dankte abschließend dem Referenten Uwe Peetz für seinen kurzweiligen und informativen Vortrag und überreichte zusammen mit Landrat Reinhard Leutner ein kleines Präsent. Einen weiteren Dank richtete er an die FF Birkach für die Unterstützung bei der Versammlung. Zum Abschluss stellte der Vorsitzende noch einmal heraus, dass Vieles, was heute für die Feuerwehren selbstverständlich sei, ohne die Verbandsarbeit auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene nicht ermöglicht worden wäre. Hier nannte Kerner als Beispiele die Brandschutzerziehung, Brandübungscontainer oder Zuwendungen des Freistaates Bayern, die sicherlich geringer ausfielen, hätte der LFV nicht bei den zuständigen Ministerien dafür gekämpft.
Uwe Peetz (Mitte), Justiziar des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, informierte die Delegiertenversammlung in einem kurzweiligen Vortrag über aktuelle Themen. Landrat Reinhard Leutner und Kreisbrandrat Siegfried Kerner überreichten ein Präsent. Mit im Bild (in der Hand des Landrates) „Grisu“, das neue Maskottchen der Aktion „Hilfe für Helfer“ der Bayerischen Feuerwehren.
Verfasser: Markus Witzgall