KFV-Lichtenfels e.V.


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Atemschutzübungsanlage

Atemschutz

Bei einem Brand entstehen starke Atemgifte, die binnen weniger Minuten schwere bis tödliche Verletzungen verursachen.Viele Feuerwehren sind deshalb mit Atemschutzgeräten ausgestattet, die den Einsatzkräften eine komplett eigenständige Luftversorgung ermöglicht. Die Luft stammt aus tragbaren Pressluftflaschen auf dem Rücken, über den Lungenautomat wird die Atemluft dosiert in die Atemschutzmaske geleitet. Diese Maske liegt eng auf der Haut auf und lässt keine Brandgase hindurch. Der Luftdruck (Inhalt) einer Pressluftflasche beträgt ca. 300 bzw. 200 bar und reicht etwa 20 bis 35 Minuten. Die Atemschutzgeräteträger müssen in Brandeinsätzen und bei Einsätzen mit gefährlichen Stoffen und Gütern oft in unmittelbarer Nähe der Gefahr tätig sein.Wer diese Aufgaben übernehmen möchte, muss körperlich und mental topfit sein. Das Tragen der zusätzlich rund 16 Kilogramm schweren Atemschutzausrüstung erfordert viel Kraft, das mögliche Arbeiten direkt im Feuer, bei starkem Lärm, großer Hitze und gelegentlich nahezu vollständiger Dunkelheit oder Orientierungslosigkeit (im dichten Qualm) ist ein hoher Stressfaktor. Um die Ausbildung zum Umgang und Gebrauch der Atemschutzgeräte effektiv durchzuführen und einsatzrealistische Wiederholungsübungen gestalten zu können, gibt es die sogenannten Atemschutzübungsanlagen bzw. Atemschutzstrecken. Auch der Landkreis Lichtenfels betreibt eine solche Anlage für die Feuerwehren mit Atemschutz. Seit 1992 ist in Burgkunstadt im Feuerwehrhaus die Übungsstrecke untergebracht. Unter der Leitung von Kreisbrandmeister Thomas Petterich (seit März 2012) werden dort Übungen und Ausbildungen für Atemschutzgeräteträger nach der Feuerwehrdienstvorschrift 7 durchgeführt. Die technische Ausrüstung der Atemschutzübungsanlage wurde von der Fa. Dräger installiert. Die Atemschutzstrecke wird von den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Burgkunstadt geführt. Diese stellen das Streckenpersonal sowie ausgebildete Gerätewarte zum Betreiben der Anlage sowie der Atemschutzwerkstatt zur Verfügung.


Die Atemschutzübungsanlage dient zur Ausbildung von Atemschutzgeräteträgern und den vorgeschriebenen Atemschutzwiederholungsübungen. Die Anlage wird komplett mit Infrarotkameras überwacht. Hier können Rauch und Wärme simuliert werden und die Atemschutzgeräteträger müssen dann in einem Gitterlabyrinth verschiedene Hindernisse bewältigen. Dies können Durchstiege, Röhren, Luken, Rutschen oder Treppen sein. Die Übung wird in einem verdunkelten und teilweise auch vernebelten Raum durchgeführt. Ziel der Übung ist, die körperliche Leistungsfähigkeit und den Umgang mit dem Atemschutzgerät, zu überprüfen. Es können auch Einsatzübungen in der Atemschutzübungsanlage durchgeführt werden. Die Übungsanlage besteht aus folgenden Abteilungen:
Schulungsraum Vorbereitungsraum (Anlegen der Atemschutzgeräte, Aufenthalt vor der Übung) Arbeitsraum (Belastung der Geräteträger durch Endlos-Leiter,Fahrradergometer und Laufband) Hitzeschleuse (Gewöhnungsraum für die heiße Lage - Verbindung zum Übungsraum) Übungsraum Industrieanlage mit Tank und schiefer Ebene, Gitterlabyrinth mit Hindernissen und Höhenunterschieden mit Vernebelungsmöglichkeiten und akustischen Hintergrundgeräuschen zur Simulation realistischer Einsatzbedingungen Alles bei Dunkelheit.

Zielraum Nebelraum mit Möbel (Übung zur Brandbekämpfung und Personensuche).
Leitstand (Leiten, Überwachen, Regelung der Übungsbedingungen mit Anzeigeneinrichtungen, Notschalter, Fernsprecher).
Sanitäre Einrichtungen (Umkleide- und Duschraum für Damen und Herren)
Sanitätsraum Nicht jeder Feuerwehrmann ist für den Atemschutzeinsatz geeignet. Zunächst entscheidet die ärztliche


Vorsorgeuntersuchung ("G 26.3") über die medizinische Tauglichkeit jedes Anwärters. Ist diese ohne Einschränkungen ausgestellt folgt eine 25-stündige Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger. Hier wird der Umgang mit den Geräten geschult und die Lehrgangsteilnehmer werden auf die Atemschutzeinsatzsituationen vorbereitet.



Seit einigen Jahren werden in Burgkunstadt die Atemschutzgeräteträger-Anwärter auch in einem so genannten
Crash-Kurs ausgebildet. Der Lehrgang beginnt am Freitagnachmittag und endet am Sonntagnachmittag. Ebenso wie bei den mehrwöchigen Ausbildungen werden in diesem Lehrgang die Teilnehmer in 25 Stunden ausgebildet. Die vier Ausbilder, KBM Thomas Petterich, KBM Lutz Schneider, Dirk Dümlein und Michael Kannengießer erzielen gleiche Erfolge bei den Lehrgangsteilnehmern wie bei den normalen Lehrgängen. Dies bescheinigten auch die teilnehmenden Feuerwehrkameraden. Der Vorteil bei solchen CrashKursen ist die intensive Ausbildung über drei Tage sowie die bessere Termineinplanung für die Teilnehmer. Egal, ob eine Ausbildung über einen Zeitraum von drei Wochen oder an drei, aufeinanderfolgenden Tage gehalten wird. Ziel ist, den Teilnehmern die Befähigung zu geben, Einsätze und Übungen unter Atemschutz zu bewerkstelligen. Der Schutz der eigenen Person steht dabei immer im Vordergrund.
Die Atemschutzgeräte sind ein Hilfsmittel und ein wichtiges Schutzinstrument unserer Feuerwehren. Mit ihnen konnten schon vielmals Menschenleben gerettet werden, Unfälle verhindert und Sachwerte geschützt werden. Bei der Abwehr und Bekämpfung von Brand- und sonstigen Schäden ist der Einsatz von Atemschutzgeräten oft zwingend notwendig. Die richtige Aus- und Fortbildung wird durch die Atemschutzübungsanlage auf ein hohes Niveau gebracht und hat deshalb einen besonderen Stellenwert bei unseren Feuerwehren im Landkreis Lichtenfels.

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